Imkerei im Südschwarzwald
Auf dieser Seite möchte ich Einblicke in meine Imkerei geben. Weiter unten ergänze ich aktuelle Beiträge
Zunächst zu mir: Ich imkere seit 2016. Damals hatte ich einem Imkerkurs im Imkerverein Lörrach gemacht und dann dann mit 2 Völkern begonnen.
Die Völkerzahl ist dann allmählich gestiegen. Seit einigen Jahren habe ich jetzt 6 Völker. Dies stehen gemeinsam an meinem Bienenstand in Schopfheim Wiechs. Die Bienen stehen auf einem Grundstück des Dinkelberger Hofs; ansonsten bin ich unabhängig und nicht in den Betrieb eingebunden - außer, dass ich ab und zu ein ausgerissenes Huhn einfange ;-).
Durch unseren Umzug nach Schopfheim habe auch ich zum Imkerverein Schopfheim gewechselt.
Häufig werde ich gefragt, was für einen (Sorten) Honig ich eigentlich habe. Sortenhonig (z. B. Kastanie, Akazie, Wald, etc.) darf nur dann so genannt werden, wenn mindestens 70 % der enthaltenen Pollen von der jeweiligen Tracht stammen – das lässt sich messen. Um so einen Sortenhonig zu gewinnen, muss man die Bienenvölker gezielt an bestimmte Orte bringen. Das nennt man „wandern“. Ich wandere nicht.
Darum weiß ich meist nicht exakt, welche Pflanzen die Bienen im jeweiligen Jahr genutzt haben. Das hängt stark vom Wetter ab: Blüten können verregnet werden, ganz ausfallen oder der Honig von den Bienen bei längeren Schlechtwetterphasen wieder selbst verbraucht werden. Auch der Standort spielt eine Rolle. Meine Bienen stehen in der Nähe eines großen Biohofs - Massentrachten gibt es hier kaum, sodass es vermutlich eine bunte Mischung ist.
In der Regel schleudere ich zweimal im Jahr. Waldhonig entsteht eher spät in der Saison. Der frühe Honig ist daher meist ein Blütenhonig, der spätere kann einen gewissen Waldanteil haben. Das sieht man auch an der Farbe: Der spätere Honig ist immer etwas dunkler.
Jeder Honig kristallisiert früher oder später. Manche Sorten werden schnell fest, andere bleiben lange flüssig. Der kristallisierte Honig kann sehr unterschiedlich sein: manchmal wird der Honig angenehm streichfest, manchmal aber auch steinhart. In diesem Fall kann man ihn wieder verflüssigen, indem man ihn vorsichtig erwärmt.
Dabei gibt es zwei Nachteile:
Die beste Lösung ist, den Honig im großen Eimer mehrmals im Abstand von einigen Tagen zu rühren. Ein großer Farbrührer mit einem speziellen Einsatz (die natürlich nie für etwas anderes verwendet wurden) eignet sich dafür hervorragend. Durch das Rühren werden die Kristalle gebrochen, sodass der Honig feinkristallin und wunderbar streichzart wird. (Für Kunststoffleute: ein bisschen wie transparentes PA12, haha)
Das muss allerdings der Imker machen — und die wenigsten Leute sind bereit, für diesen zusätzlichen Aufwand deutlich mehr zu bezahlen.
Hinzu kommt, dass bereits Kristalle vorhanden sein müssen. Es gibt dabei 2 Methoden:
Alten Honig mit Neuem zu mischen, finde ich etwas unschön
Heute habe ich endlich meinen letzten Ableger aufgelöst. Dabei habe ich unten im Kasten diese Hornisse entdeckt. Ausnahmsweise ist das keine invasive Vespa Velutina, sondern eine Vespa Crabro (Europäische Hornisse). Diese steht unter Naturschutz, aber das wissen die Bienen offensichtlich nicht

Ziemlich beeindruckend